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Die Immobilien- und Standortgemeinschaft Hagen Haspe

Bereits im Januar 2004 startete ein Verbundprojekt im Stadtbezirk Haspe mit der Zielsetzung, Konzepte und Maßnahmen zu entwickeln, die Haspe als Einkaufsziel für seine Bürger wieder attraktiver machen. Initiiert durch die Bezirksverwaltung, den Einzelhandelsverband und den bereits bestehenden Förderverein Pro Haspe, wurde dieses Projekt geplant, damit  basierend auf einer systematischen und bedarfsorientierten Vorgehensweise eine strategische Ausrichtung bei den betroffenen Unternehmen aufgebaut und umgesetzt werden konnte.

Das im Juli 2005 beendete Verbundprojekt war ausgerichtet auf das Geschäftszentrum von Haspe. Geprägt durch eigentümergeführte Strukturen, viele Teilzeit- und angelernte Kräfte, konfrontiert mit Konzentrations- und Filialisierungstendenzen leidet auch Haspe unter dem generellen negativen Trend im Einzelhandel. Haspe verzeichnet gleichzeitig ein Überangebot in bestimmten Branchen und einen zunehmenden Leerstand. Den notwendigen Investitionen in der Hagener City aus der jüngsten Vergangenheit können die Unternehmen der Nebenzentren nur wenig entgegen setzen.

Eine der zentralen Aufgaben - neben der individuellen Beratung und Betreuung einzelner Händler - bestand darin, einen systematischen und strukturierten Dialog zwischen den verantwortlich Beteiligten herzustellen, um vorhandene Ideen und Ansätze gemeinsam zu diskutieren und Lösungen zu erproben. Die Kontaktaufnahme zu den Beteiligten vor Ort (Immobilienbesitzer, Einzelhändler, Verbände, Vereine...) hat zu regen Diskussionen geführt, wie es mit Haspe weitergehen kann. Fragen zu Strategien einer Attraktivitätssteigerung des Geschäftsbereiches, zur Reaktion auf demografische Veränderungen und Kundenstrukturen, zur Bündelung des vorhandenen Engagements vor Ort und andere relevante Themen wurden diskutiert.

Die Schaffung einer attraktiven Ergänzung zur Hagener City ist das Primärziel des seit vielen Jahren bestehenden Fördervereins Pro Haspe, der sich zum Ziel gesetzt hat, Haspe als Einkaufsstandort zu erhalten und so attraktiv zu machen, dass es Spaß macht wieder im Stadtteil einzukaufen und damit dem mittelfristig vorhergesagten Händlersterben entgegenzuwirken. Konkrete Stadtteil- und Unternehmensentwicklung für kleinere Einzelhandelsunternehmen mit dem Ziel, Arbeitsplätze langfristig zu sichern und zu schaffen, war das erklärte Ziel dieses für Hagen einmaligen Verbundes. Erstmalig wurden hier regionale Fördermittel für eine Branche eingesetzt, die die wirtschaftliche Talsohle noch lange nicht durchschritten hat und die sich tagtäglich im Wettbewerb mit den großen Discountern beweisen muss.

Ein Projektsteuerteam (bestehend aus Wirtschaftsverband Einzelhandel, Vorstand des Fördervereins Pro Haspe, Bezirksvertretung, Ressort Stadtplanung, Vertreter der Immobilienbesitzer, Moderatoren des Verbundprojektes), begleitete den Prozess und konnte die Akteure vor Ort für das Projekt interessieren. Der erforderliche Unterstützungsbedarf für eine nachhaltige Attraktivierung und Stärkung ihres Zentrums wurde anerkannt. Es ist gelungen, verschiedene Gruppierungen aus dem Stadtteil aktiv an der Entwicklung von Konzepten zu beteiligen.

Die Arbeit mit den Akteuren vor Ort hat gezeigt, dass viel Engagement im Stadtteil vorhanden ist  dennoch ist der Bedarf an einer systematischen Unterstützung vorhanden, um die begonnene Arbeit langfristig und nachhaltig zum Erfolg zu führen.

Die Erfahrungen dieses Initiativkreises verdeutlicht die Notwendigkeit zur Neudefinition des öffentlich-privaten Verhältnisses. Das Instrument der Immobilien- und Standortgemeinschaft bietet die Chance, das privat-öffentliche Verhältnis den aktuellen Handlungserfordernisses im Quartier anzupassen.

Eine grundlegende Voraussetzung ist hierfür, dass die zentralen Prinzipien der Immobilen- und Standortgemeinschaften - wie Eigenverantwortung und Selbst-bestimmtes Handeln, dauerhaft möglich werden. Die stärkere Übernahme von Verantwortung und finanzieller Beteiligung privater Akteure bei der Revitalisierung des Geschäftszentrums geht mit einer gezielten Unterstützung durch den öffentlichen Sektor einher. Aus Sicht der Akteure ist die Gründung einer solchen ISG die logische Fortsetzung der bereits bestehenden Aktivitäten und Strukturen im Geschäftszentrum von Haspe.

Präambel, Ziele und Maßnahmen für eine ISG in Hagen-Haspe

Präambel

Die Attraktivität des Stadtteils Hagen Haspe zu stärken setzt voraus, dass die Handelnden im Stadtteil stärker als bisher in die Entwicklung Ihres Stadtteils einbezogen werden (müssen). Quantität und Engagement der Akteure muss auf eine breitere Basis gestellt werden, um nachhaltig dem Ziel eines durch engagierte Bürger und Unternehmer unterstützten und entwickelten Stadtteils näher zu kommen. Hierzu ist es nötig, die in dem abgelaufenen Projekt angestoßenen Bemühungen fortzusetzen und  unterstützt durch kompetenten Sachverstand  auf eine breitere Basis zu stellen. Ebenso ist es nötig, den Nutzen für alle Beteiligten durch eine Vielzahl von Gesprächen und Aktionen zu kommunizieren und erkennbar zu machen.

Diese Aktivitäten können nicht durch die lokalen Händler, Gewerbetreibenden, Unternehmer und BürgerInnen bzw. die Stadt alleine geleistet werden. Der kompetente Sachverstand muss für begrenzte Zeitkontingente eingekauft werden und in seinen Bemühungen von Seiten der Politik, der Verbände und Unternehmen unterstützt werden.

Die Eigeninitiative der Hasper BürgerInnen muss entwickelt, gefördert und gestärkt werden und Netzwerke müssen intensiviert bzw. geschaffen werden, um eine möglichst hohe Effizienz der eingeleiteten Maßnahmen zu erreichen.

Die angestrebten Ziele müssen realistisch formuliert und messbar gemacht werden; es hilft Haspe mehr, wenn einige wenige Initiativen erfolgreich umgesetzt werden, als wenn eine Vielzahl wünschenswerter Aktionen erörtert, aber mangels Interesse nicht realisiert werden (können).

Ziele

Mit der geplanten ISG Haspe sind folgende Ziele verbunden:

  • Schaffung eines sicheren, einladenden und prosperierenden Stadtquartiers für Gewerbetreibende, Bewohner und Kunden.
  • Stärkung der Attraktivität des Zentrums

Das heißt:

  • Steigerung der Attraktivität des Stadtteils Haspe für die im Stadtteil angesiedelten Unternehmen
  • Aufwertung des Standortes Haspe für alle BürgerInnen und Vereine
  • Stärkung der Identifikation mit dem Stadtteil
  • Sich in Haspe zu engagieren (sprich einkaufen, Handel treiben etc.) heißt sich für Wirtschaftlichkeit einzusetzen
  • Reduzierung der Leerstandsquote im Einzelhandel
  • Bewusstsein schaffen, dass gemeinsame Initiativen vorteilhafter für alle Beteiligten sind als Einzelinitiativen
  • Etablierung von Pro Haspe als Dienstleister für den Einzelhandel und Koordinator wichtiger, übergreifender Aktivitäten
  • Identifikation der Stärken und Schwächen bei der Vermarktung des Stadtteils
  • Verstärkte Integration des Stadtteils in die städtischen Vermarktungsstrategien
  • Optimierung des Angebotes im Handel (besserer Branchenmix)
  • Integration von in Haspe lebenden ausländischen BürgerInnen in die Stadtteilentwicklung
  • Sicherung und Schaffung neuer Arbeitsplätze in Handel, Dienstleistung und Gewerbe

Maßnahmen

Im Rahmen der genannten Ziele sind u.a. folgende Maßnahmen denkbar:

  • Aufbau eines Leerstandsmanagements für Haspe (Ergänzung der vorhandenen Strukturen bei der Wirtschaftsförderung)
  • Konzeption und Realisierung eines Einkaufsführers für Haspe
  • Etablierung eines Maklerverbundes
  • Planung und Umsetzung eines Rabattsystems für Haspe
  • Gemeinsame Werbeaktionen
  • Initiierung eines Einkaufsverbundes für Händler und Gewerbetreibende etc.

Die Koordination und das Management der ISG Haspe liegt bei Herrn Dipl. Ökonom Hans-Jürgen Dorr, Inhaber der d-ialogo Unternehmensberatung.

Zur Sicherstellung der Beratungsqualität wurde ein Büro in Haspe eröffnet.

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